Geschichte
Frühe Geschichte & Namensgebung
Die Apostelnstraße führt an der Kirche St. Aposteln vorbei, einer der zwölf großen romanischen Kirchen Kölns.
Der Name „Apostelnstraße“ leitet sich von dieser Kirche und dem früheren Kollegiatstift St. Aposteln ab. „Aposteln“ steht für die zwölf Apostel. Vor der Errichtung der heutigen Kirche existierte an dieser Stelle schon im 9. Jahrhundert eine kleine Apostelkirche, vermutlich direkt außerhalb der römischen Stadtmauer, an der Straße nach Aachen.
Mittelalter bis Neuzeit
Um 1021 ließ Erzbischof Pilgrim an dieser Stelle ein Chorherrenstift samt Basilika errichten.
Die Kirche wurde über die Jahrhunderte mehrfach umgebaut und erweitert; ein markantes Merkmal ist der „Kleeblattchor“ – drei Apsiden, die wie ein Kleeblatt angeordnet sind – sowie die imposante Vierung.
Im späten 18. Jh. entstanden größere Renovierungen (z. B. neue Fenster, veränderte Ausstattung) und nach der Säkularisation 1802 wurde das Kollegiatstift aufgehoben; die Kirche wurde aber weiter für Gottesdienste genutzt.
19.–20. Jahrhundert und Zweiter Weltkrieg
Im 19. Jahrhundert gab es umfassende Renovierungen (ca. 1871–1891).
Während des Zweiten Weltkriegs wurde St. Aposteln schwer beschädigt, besonders Langhaus, Querhaus, Chor und Dächer. Nach dem Krieg begann ab 1947 der Wiederaufbau.
Der Wiederaufbau zog sich bis in die 1970er Jahre; viele Teile des Kreuz- und Ostbereichs wurden originalgetreu oder zumindest stark angelehnt an den Vorkriegszustand wiederhergestellt.
Apostelnstraße heute
Die Apostelnstraße ist heute eine zentrale Straße in der Kölner Altstadt nahe dem Neumarkt. Sie verbindet historisch und räumlich die Kirche mit dem umgebenden Stadtgebiet.
Auf der Straße liegen neben historischen Gebäuden auch kulturelle Einrichtungen, z. B. das Gloria-Theater (Apostelnstraße 11), das seit 1956 besteht.
Brouillon-Karte 1928-035 © Historisches Archiv der Stadt Köln
Zeitleiste der Historie:
9./10. Jahrhundert
An dieser Stelle befand sich vermutlich schon eine kleine Apostelkirche; im 10. Jahrhundert wird ein Stift (Kanonikerstift) belegt.
Anfang 11. Jh. (ca. 1020er)
Unter Erzbischof Pilgrim (oder kurz davor) entstand ein groß angelegter salischer Neubau und die Gründung des Kollegiatstifts, das die Bedeutung des Ortes stärkte. Die Straße führt später nach dem Stift/der Kirche und trägt den Namen „Apostelnstraße“.
12.–13. Jahrhundert
Mehrere Um- und Ausbauphasen (u. a. Dreikonchen-Ostchor, Türme, Einwölbung von Langhaus und Querhaus). St. Aposteln entwickelt sich zu einer der wichtigen romanischen Kirchen Kölns.
1802 (Säkularisation)
Das Kollegiatstift wird aufgehoben; die Kirche bleibt jedoch (nach wechselvoller Nutzung) als Gottesdienstort erhalten.
19. Jahrhundert
Umfangreiche Restaurierungen und Umbauten (u. a. größere Arbeiten in den 1870er–1890er Jahren).
1942–1944 (Zweiter Weltkrieg)
Schwere Kriegsschäden an Kirche und umliegender Bausubstanz; anschließend langwieriger Wiederaufbau (erste Notinstandsetzung 1950er, größere Rekonstruktionen bis in die 1970er).
Heute
Die Apostelnstraße liegt in der Kölner Altstadt nahe Neumarkt; St. Aposteln ist rekonstruierte romanische Kirche und Basilica minor, die Straße behält ihren historischen Verlauf und städtische Bedeutung.